[ETRO spring/summer collection 2011]

Diesen Sommer verleitet uns das Haus Etro zu (Urlaubs-)Träumen von fernen Orten. Wie immer herrschen die unmöglichsten, von Veronica Etro möglich gemachten, Mustermixe vor. Angefangen mit luftigen Sommerkleidern und Overalls in bunten, unaufdringlichen Blumendrucken, deren Stoffe sich auch in den Espadrilles wiederfinden; dann wiederum sieht man verrückte Stoffe die an Norwegenmuster erinnern, vereint mit immer wiederkehrenden Paisleys. Hosenanzüge in warmen Erdtönen oder geometrischen Farbblöcken scheinen aus den 70ern zu stammen, während die runden Kragen aus breitem vergoldeten Metall der Sommerkleider unweigerlich an griechische Mythen erinnern. Die Silhouetten sind fließend und weit. Höchstens Gürtel, meist aus schmalem, braunen Leder mit mittiger goldener Schnalle, sorgen für eine enge Taille. Seide und Chiffon wechseln sich

sommerlich ab; mal gepaart mit Fransen und einem Wildlederhut, die beinahe die Anden als Kulisse fordern; mal mit stoffüberzogenen Clutches, langen Perlenketten oder groben Goldarmreifen. Die Drucke sind ein wahres Meisterwerk und vereinen vielfältige Muster afrikanischer Stämme mit orientalischen Paisleys. All das zusammengewürfelt und geordnet mit geometrischen Strukturen oder ornamentenen Bordüren, die das Chaos auf einmal schön ineinander fügen. Die große Auswahl an Variationen von Sommerkleidern ist ein besonderer Blickfang. Mal mit dem griechischen Rundhalsausschnitt, der sich rechts und links neben dem Hals für die Schultern wiederholt, um dann in pludrigen, weitläufigen Ärmeln abzufallen; mal rund ausgeschnittene Chiffonträume die den Rücken und Schultern freigeben; dann wieder bandeau-artige Kleider aus deren Mitte sich ein gefaltetes Halstuch empor zu schlingen scheint; bis hin zu One-shoulder-dresses zu denen sich breit gefaltete Seidentücher um den Hals ranken und Kleidern aus seidenen Stoffen die volantartig um den

Körper geschlungen zu sein scheinen; schließlich Kaftane zu flachen Wüstensandalen, aus einer anderen Welt. Alles in allem sind die Farben nicht allzu kräftig und grell, vor allem Erd- undWüstentöne wiederholen sich stetig, genau wie die Wedges und Sandalen, einmal in Leder und dann wieder aus dem passenden Stoff. Der Schmuck ist hauptsächlich grob, vor allem aus Gold und manchmal aus Holz. Die Henkeltaschen und Clutches, mal aus Leder, mal aus Bast und doch immer mit denselben neu erfundenen ethnischen Drucken versehen. Wieder einmal hat Etro zum fremde Welten schnuppern eingeladen und den Betrachter mit akutem Fernweh zurückgelassen, dass sich wohl zunächst nur mit den neuen Kreationen stillen lässt.

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