[winterliebe]

Ich kann nicht umhin nicht nicht an dich zu denken. Du kannst nicht nicht an mich denken. Alles was wir tun, tun wir nicht alleine. Alles tun wir mit dem anderen. Nichts tue ich, nichts tust du, ohne nicht dabei an dich, an mich zu denken. Du und ich, sind eigentlich, dasselbe. Ich laufe und mit jedem Schritt gehst du mit mir mit. Und sei es nur mit deinem Blick. Jeder kleine Augenblick in unserer kleinen Straße ist ein Ticken, ein weiteres Ticken unserer Zeit. Die Zeit bewegt sich seit dem letzten Schnee langsam und gefährlich rückwärts. Und der letzte Schnee der fällt noch immer, schon wieder, tänzelt um unsere Köpfe, in unserer Schneekugel, in der ich im Kreis laufe und du still stehst und wartest. Du stehst und rauchst, bläst deine graue, schwarze Luft hinaus in meine helle, weiße. Du wartest und wartest, auf dass ich dich endlich nicht mehr warten lasse. Doch meine Schuhe klackern auf dem schwarzen Boden, meine Haare wehen an dir vorbei und mein Lächeln, das ist flüchtig, macht dich süchtig, nach nochmal. Und kein einziges Mal drehe ich mich um. Denn ich weiß, auch im Weitergehen, im Wegsehen, dass du bei mir bist, mich nicht in Ruhe lässt, mich nicht gehen lässt, auch wenn ich fest glaube jedes Mal zu gehen. Ich glaube auch jedes Mal unglaublich stark zu sein, in meinem Wegdrehen, Wegsehen, Weggehen. Du lachst, über mich, dann wegen mir. Dann lachst du, weil du hoffst. Dann bist du nur noch still, und willst, dass ich wenigstens noch einmal vorbeischneie in unserer Schneekugel. Und du schüttelst sie und schüttelst sie, und denkst an mich und denkst an dich mit mir. Und ich wünschte mir, du würdest einsehen, dass Schnee nicht liegen bleibt auf ewig. Ich wünschte du würdest sehen, dass ich nicht mehr auf dem Boden liege, sondern längst versuche aufzustehen. Und ich wünschte ich müsste nicht mehr hoffen, dass es nie mehr schneit. Bald ist es soweit. Bald ist die Zeit abgelaufen. Unsere Schneekugel wird zu Boden fallen, platzen in zu hellem Licht. Sie wird Schnee versprühen, weißes, schwarzes Blut vergießen, und ich werde in all deinem, für mich erdachten, Weiß verglühen und hoffen, warten, dass irgendwann kleine endlich bunte Blüten sprießen.

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