[ Dünnes Eis ]

Wie du, mit deinen gefroren blauen Augen, umher tigerst, um mich herum. Samtig schleichend, dein Mund bleibt stumm. Gesichtslos, legt deine Präsenz gut versteckte Wünsche bloß. Worte, die dir entkommen, hast du vielmehr meinem Gesicht entnommen. Du setzt an, und zielst. Wartest, ob ich falle, doch du fielst. Mit deinen stahlblauen Hieben, auf die Gräser um mich, willst du dich, bewahren vor dem Lieben. Du verhedderst dich, auf dem Weg, in Schlingen, die du aus deiner Himmelsdecke sprießen liest. Und auf deinem Weg zu mir hin, bemerktest du zu spät, wie du fielst, in deine eigenen Gräben. Neben mir, schenkst du mir klares, verkommenes Wasser ein. Plötzlich fallen dir alle Worte ein, und dein Blau, das taut. Alles was du nun bist, ist nur für mich bestimmt, für mich. Aus deinen Eiswasseraugen sehe ich mich, gefalle mir zum ersten Mal seit Langem. Das Eis ist gebrochen, und wir stürzen hinein. In einer Nacht, ist alles wie es schon immer hätte sollen sein. Alle deine Fluchtversuche bringen dich nur zu mir zurück. Mein Lachen ist echt und verzückt. Deine Hände auf meiner Taille, deinen Kuss auf meiner Wange, spüre ich noch lange. Deine Fingerabdrücke schmelzen auf dem Stoff meiner Silhouette. Meine Worte formen die nächste Pirouette in deinem Traumkästchen. Doch nachdem der letzte Ton verklang, sahst du mich wieder mit blau erfrorenen Augen an. Der Deckel knallt auf mein Gesicht, Tageslicht auf deine Träume. Ich versäume, jede Chance auf dich, und du deine Chance auf mich. Das nächste Rendezvous bleibt in Gedanken, die erkrankten, an deiner Angst. An deiner Angst, durch gebrochenes Eis erneut zu stolpern, und fallen auf mich herein. Lass es sein, lass es sein, sagst du dir wieder und wieder, schließt deine Lider, und träumst lieber von einer, die für dich tanzt, weil du es selbst nicht kannst, die für dich liebt, weil du es nicht mehr willst. Ich liege und sehne mich nach mehr Mut, drehe dein Papier in den Fingern, flüstere dir zu: Aber, wir tun uns doch gut! Vergeblich. Verblichen, ist unsere Nacht, in alltäglicher Dunkelheit unsanft erwacht.

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